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Nandu-Portrait

Eingebürgerte Neozoen :

Nandus in Mecklenburg-
Vorpommern

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Im Nordwesten von Mecklenburg-Vorpommern leben Nandus mittlerweile in freier Wildbahn: Im Jahre 2000 ist eine Gruppe von Nandus aus einem Zuchtgehege im östlichen Schleswig-Holstein entwichen und hat sich sehr gut an die Umweltbedingungen angepasst.

Als Revier haben sich die Tiere Brachland im östlichen Bereich der Wakenitz-Niederung ausgesucht (die Wakenitz ist Grenzfluss zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bzw. früher zwischen der BRD und der DDR) und einige benachbarte Gebiete ausgesucht, so dass Sie sich nicht wundern dürfen, wenn Sie wenige Kilometer südöstlich von Lübeck plötzlich diese grossen Laufvögel auf dem Feld stehen und äsen sehen.

Hier in Nordostdeutschland haben sie sich stark auf den Raps eingestellt, eine Pflanze, die nicht nur in fast allen Wachstumsstadien stets genügend Grünzeug liefert, sondern die sich vor allem in Ostdeutschland durch die EU-Subventionierung stark verbreitet hat. Ausserdem werden auch Mais, Beeren und junges Getreide sehr gerne genommen.

Junge Nandus in der Wakenitz-Niederung in Nordwest-Mecklenburg

Die Südamerikaner werden nicht von allen Naturschützern gerne gesehen, denn die Gefahr, dass durch diese Faunenverfälschung unerwünschte und irreversible Schäden bei der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt entstehen, ist keineswegs von der Hand zu weisen.

Die Tiere werden bisher geduldet, obwohl sie als sog. Neozoen eigentlich nichts in Deutschland zu suchen habven. Es ist aber durchaus von wissenschaftlichem Interesse, zu beobachten, ob und wie so eine fremde Art mit den klimatischen Bedingungen klar kommt, ob sich die Tiere hier ernähren können und wie sich ihr Verhältnis zu den Menschen in unserer dichtbesiedelten Kulturlandschaft entwickelt. Und da es grosse, flugunfähige Vögel sind, die leicht zu bejagen sind, besteht auch keine Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung. Im Zweifelsfall könnte man dieses Neozoen-Experiment jederzeit beenden.

Letztendlich wird man wohl irgendwann die Notbremse ziehen müssen, denn zumindest wird der sowieso schon recht eingeschränkte Lebensraum der einheimischen Wildtiere durch die Neozoen weiter eingeschränkt.

Für Artenschützer ist es deshalb nicht einfach, zu verstehen, warum diesen Vögeln so problemlos ein Bleiberecht in Mecklenburg-Vorpommern eingeräumt wird. Die Begründung, dass die Vögel die einheimische (geschützte) Tier- und Pflanzenwelt (bisher!) nicht stören, ist eigentlich ein bisschen dürftig: Mit dieser Begründung könnte man es z.B. auch Zebras, Berberaffen (Magots) oder Pfauen gestatten, sich in Deutschland anzusiedeln: Alle 3 Arten (und natürlich noch Hunderte weiterer Arten) kämen mit unserem Klima bestens klar, scheinen niemandem zu schaden und wären doch - rein optisch und vom "Spassfaktor" her - eine echte Bereicherung unserer Fauna . . . .

Aber mindestens nehmen sie den einheimischen Arten den Lebensraum. Immerhin ist das ja auch der entscheidende Grund, weshalb man z.B. dem Alexandersittich das Bleiberecht verweigert: Er ist Konkurrent zu Spechten und anderen Vögeln, wenn es um die "Wohnraumbeschaffung", also um Nisthöhlen in morschen Bäumen geht.
Auch Mönchssittiche werden nicht geduldet, obwohl sie keine einheimische Vogelart stören, denn sie sind (als einzige unter den Papageien) Freibrüter, die grosse Reisignester bauen.

Als grosses - und bitte wissenschaftlich gut begleitetes! - Freilandexperiment sind die Nandus in Nordwest-Mecklenburg sicherlich interessant - sie aber nach nur 15 Jahren als "einheimische" und damit geschütze Art zu erklären, scheint dem Verfasser völlig unangemessen. Oder hängt das damit zusammen, dass junge Nandus so "süss" sind?!
Mit einer derartigen Einstellung hat man schon jahrelang die Ausbreitung der Waschbären toleriert, einer fremden (nordamerikanischen) Tierart, die heute mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu stoppen ist und die sich mittlerweile als die grösste Bedrohung der heimischen Tierwelt (vor allem Vogelwelt) erweist.
Auch ist kaum etwas darüber bekannt, ob mit den Nandus nicht eventuell Vogel-Parasiten u.a. Krankheiten verbreitet werden, gegen die die einheimische Tierwelt nicht resistent ist.

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